Das Wichtigste in Kürze
- Schonzeit nördlich von 62°: 20. Dezember bis 20. April. Erlaubt ist er vom 21. April bis 19. Dezember, die besten Monate sind Juni bis August.
- Mindestmaß 84 cm. Heilbutte über 2 Meter (ohne Kopf über 1,60 m) müssen immer zurück.
- Im Sommer steht er auf Sandplateaus und an Kanten in meist 30 bis 50 Metern und jagt auch im Mittelwasser.
- Bewährt: Gummifisch von 20 bis 30 cm am Jigkopf mit 150 bis 400 g, langsam über Grund geführt, kräftige Rute mit Multirolle.
- Große Fische im Wasser lassen, Haken mit langer Zange lösen, nicht an Bord ziehen.
Der Fisch

Der Atlantische Heilbutt ist der größte Plattfisch der Welt. Weibchen können laut dem norwegischen Meeresforschungsinstitut drei Meter lang und über 300 Kilo schwer werden, Männchen bleiben mit gut anderthalb Metern deutlich kleiner. Beim Angeln auf den Lofoten sind Fische zwischen fünf und dreißig Kilo üblich, gelegentlich deutlich mehr.
Anders als Scholle oder Flunder liegt der Heilbutt nicht nur still im Sand. Er jagt aktiv, steigt weit ins Mittelwasser auf und folgt Schwärmen von Köhler und Hering. Er wächst langsam und wird erst spät geschlechtsreif. Genau deshalb sind die Regeln so streng.
Die Regeln zuerst
| Regel | Nördlich von 62° (Lofoten) |
|---|---|
| Schonzeit | 20. Dezember bis 20. April, jeder lebende Heilbutt muss zurück |
| Mindestmaß | 84 cm Länge (die 7,2 kg Mindestgewicht gelten nur für Fisch zum Verkauf) |
| Höchstmaß | über 2 Meter, ohne Kopf über 1,60 m, zwingend zurücksetzen |
| Südlich von 62° | gezieltes Angeln ganzjährig verboten |
| Fangmeldung | registrierte Angelbetriebe melden jeden Heilbutt, auch zurückgesetzte |
Einige große Ratgeberseiten nennen noch eine Schonzeit bis Ende März oder ein Mindestmaß von 80 Zentimetern. Beides ist veraltet. Ausführen darfst du Heilbutt nur im Rahmen der allgemeinen Quote, seit 2026 bis zu 15 kg pro Person und nur über registrierte Betriebe. Mehr bei den Regeln für Norwegen, dort gibt es auch einen Prüfer, ob du einen Fisch behalten darfst.
Wann und wo er steht
Im Winter zieht sich der Heilbutt zum Laichen in tiefe Gruben zurück, genau dann hat er Schonzeit. Ab dem Frühjahr kommt er auf flachere Fressgründe. Erlaubt ist er ab dem 21. April, richtig gut wird es ab Mai, die besten Monate sind Juni bis August. Im September und Oktober geht noch einiges, danach wird es ruhiger.
Im Sommer steht er gern auf Sandflächen zwischen Felsen, an Kanten und Plateaus, meist in 30 bis 50 Metern. In die große Tiefe, wo Rotbarsch und Leng stehen, geht er im Sommer kaum. Gute Stellen erkennst du auf der Seekarte und am Echolot: Sand oder Kies, eine leichte Kante und Strömung, die Futterfische über das Plateau treibt. Wo Köhler und Hering stehen, ist der Heilbutt oft nicht weit.
| Monat | Heilbutt |
|---|---|
| Januar bis 20. April | Schonzeit |
| 21. April bis Mai | erlaubt, Saisonstart |
| Juni bis August | Hauptsaison, flacher auf den Plateaus |
| September bis Oktober | gut bis mittel |
| November bis 19. Dezember | möglich, aber ruhig |
Montage und Köder
Der Klassiker ist ein großer Gummifisch von 20 bis 30 Zentimetern auf einem Jigkopf mit 150 bis 400 Gramm, je nach Drift und Tiefe. Helle Farben wie Weiß, Perlmutt oder Pink und natürliche Heringsfarben funktionieren auf den Lofoten gut. Bei trübem Licht lohnt ein Versuch mit Fluo-Farben.
Naturköder
Ein ganzer Hering oder eine Makrele am großen Einzelhaken, über ein kurzes Seitenvorfach knapp über dem Blei geführt, ist die ruhigere Alternative. Sie funktioniert vor allem, wenn der Heilbutt zögerlich beißt. Wichtig ist ein starker Haken in Größe 8/0 bis 10/0 und ein Vorfach, das die Zähne aushält.
Gerät
- Kräftige Bootsrute mit 30 bis 50 lbs.
- Multirolle mit guter, fein einstellbarer Bremse und viel Schnur auf der Spule.
- Geflochtene Hauptschnur von 0,25 bis 0,35 mm.
- Fluorocarbon-Vorfach von 0,90 bis 1,20 mm, 1 bis 1,5 Meter lang.
- Lange Zange und ein großer Kescher oder Gaff für Fische, die du behalten darfst.
Driften über Plateaus
Heilbutt fängt man meist in der Drift. Das Boot treibt mit Wind und Strömung über das Plateau, der Köder wird langsam knapp über Grund geführt.
- Stelle auf der Seekarte oder am Echolot suchen: Sand oder Kies, 30 bis 50 Meter, eine leichte Kante.
- Boot so positionieren, dass es mit der Drift über die Fläche treibt. Ist die Drift zu schnell, hilft ein Treibanker.
- Köder ablassen, bis er Grund berührt, dann einen halben bis einen Meter anheben.
- Langsam in Zügen führen, immer wieder kurz Grundkontakt herstellen. Viele Bisse kommen beim Absinken.
- Am Ende der Fläche einkurbeln, zurückfahren und neu driften.
Je schneller die Drift, desto schwerer muss der Jigkopf sein, damit der Köder unten bleibt. Grob gilt: lieber etwas schwerer, als ständig über dem Fisch zu fischen. Den passenden Wert zeigt der Ködergewicht-Rechner im Ratgeber Ausrüstung.
Drill, Landung und Zurücksetzen
Ein Heilbutt kämpft lang und taucht immer wieder ab. Ruhig bleiben, Druck halten und die Bremse arbeiten lassen. Pumpen, wenn er stillsteht, Schnur geben, wenn er abzieht. Die erste Flucht eines großen Fisches ist brutal, die Bremse sollte vorher richtig eingestellt sein.
Am Boot entscheidet sich, ob du ihn behalten darfst und willst. Prüf die Länge im Wasser, bevor du irgendetwas anderes tust.
- Darf er bleiben, wird er mit Kescher oder Gaff gelandet und sofort waidgerecht getötet. Ein großer, lebender Heilbutt an Deck ist gefährlich, er kann mit dem Schwanz Knochen brechen.
- Muss er zurück, bleibt er im Wasser. Haken mit einer langen Zange lösen, den Fisch kurz an der Bordwand halten, bis er sich von selbst wegdrückt. Ein über zwei Meter großer Heilbutt darf ohnehin nicht an Bord.
Ein Foto im Wasser ist bei großen Fischen die bessere Erinnerung.
Heilbutt auf den Lofoten
Die Lofoten haben im Sommer viele geeignete Plateaus, sowohl im Vestfjorden als auch auf der Außenseite. Konkrete Stellen ändern sich mit Jahr, Wetter und Futterfisch. Erfahrene Ausflugsanbieter und Vermieter wissen meist, wo in dieser Woche etwas geht. Ein Tag mit jemandem, der das Wasser kennt, spart beim Heilbutt besonders viel Zeit. Welche Wege es gibt, steht im Ratgeber Mit Guide angeln in Nordnorwegen, wo die Inseln und Strömungen liegen, zeigt die Lofoten-Karte.
Häufige Fragen
- Wann darf man auf den Lofoten Heilbutt angeln?
- Vom 21. April bis 19. Dezember. Vom 20. Dezember bis 20. April hat er nördlich von 62° Schonzeit.
- Wann ist die beste Zeit für Heilbutt?
- Juni bis August. Dann steht er flacher auf den Plateaus und jagt aktiv. Mai und September sind ebenfalls gut.
- Wie groß muss ein Heilbutt in Norwegen sein?
- Mindestens 84 cm. Fische über 2 Meter müssen immer zurückgesetzt werden.
- In welcher Tiefe steht der Heilbutt?
- Im Sommer meist auf Sandplateaus und an Kanten in 30 bis 50 Metern. Im Winter zieht er sich zum Laichen in tiefe Gruben zurück.
- Welcher Köder ist am besten für Heilbutt?
- Große Gummifische von 20 bis 30 cm auf schweren Jigköpfen, in hellen oder natürlichen Farben. Naturköder wie ganzer Hering funktionieren auch.
- Darf ich Heilbutt aus Norwegen mitnehmen?
- Nur innerhalb der Ausfuhrquote, seit 2026 bis zu 15 kg pro Person (ab 2027: 10 kg), und nur, wenn du ihn über einen registrierten Angeltourismus-Betrieb gefangen hast.
Quellen: Fiskeridirektoratet: Heilbutt für Freizeitangler, Fiskeridirektoratet: Mindestmaße, Havforskningsinstituttet: Atlantischer Heilbutt, Regjeringen: Heilbuttregeln 2026, Tolletaten: Fischquote. Regeln ändern sich, prüf vor der Reise den aktuellen Stand.